Das Wichtigste auf einen Blick
1️⃣ Seit Ende 2025 können Bewertungen auf Google Maps unter einem selbst gewählten Alias veröffentlicht werden. Zuvor war eine anonyme Rezension nur möglich, indem ein separates Google-Konto erstellt wurde.
2️⃣ Die Anonymisierung erfolgt über eine Änderung des angezeigten Namens im eigenen Google-Konto. Dieser Alias wird anderen Nutzern als öffentlicher Name angezeigt – auch bei bereits veröffentlichten Bewertungen.
3️⃣ Für Unternehmen, insbesondere in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, kann dies zu mehr Bewertungen führen. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko, dass Kritik enthemmter geäußert wird.
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Inhalt
Anleitung - So anonymisiert du deinen Benutzernamen auf Google Maps
Klicke in Google oben rechts auf dein Profilbild und dann auf Google-Konto verwalten.
Wähle im Menü links Persönliche Daten aus und dann Name:
Klicke dann auf Alias. Hier kannst du den Namen eintragen, der künftig öffentlich angezeigt werden soll:
Gib deinen gewünschten Namen ein und speichere die Änderung:
Ab sofort wird dieser Name bei deinen Bewertungen angezeigt – sowohl bei zukünftigen als auch bei bereits veröffentlichten Rezensionen.
Chance für Unternehmen an mehr Google Bewertungen zu gelangen
Die Möglichkeit, den angezeigten Namen anzupassen, kann insbesondere für Unternehmen in sensiblen Bereichen relevant sein – etwa in der Medizin, Psychotherapie, Beratung oder Coaching.
Viele Kunden verzichten bislang auf eine Bewertung, weil sie ihren vollständigen Namen nicht öffentlich sichtbar machen möchten. Die neue Anonymisierungsoption senkt diese Hemmschwelle. Dadurch kann die Bereitschaft steigen, eine Rezension zu hinterlassen.
Wenn du in einer solchen Branche tätig bist, kann es sinnvoll sein, aktiv auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Transparenz schafft Vertrauen – und nimmt potenziellen Bewertern die Sorge vor öffentlicher Sichtbarkeit.
Statt nur um eine Bewertung zu bitten, kannst du deinen Kunden erklären, dass sie ihren angezeigten Namen anpassen können. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich eine Rezension abgeben.
Wenn du bisher kein strukturiertes System zur Einholung von Bewertungen etabliert hast, solltest du das nachholen. Ein klarer Prozess – vom richtigen Zeitpunkt bis zur passenden Formulierung – entscheidet maßgeblich über die Erfolgsquote:
👉 Schnell Google Bewertungen erhalten – Die Top 5 Maßnahmen + Vorlagen
Mehr negative Bewertungen sind zu erwarten
Die Möglichkeit, unter einem Alias zu bewerten, senkt nicht nur die Hemmschwelle für positives Feedback – sie erleichtert auch das Abgeben kritischer oder negativer Rezensionen.
Wer seinen vollständigen Namen nicht öffentlich preisgeben muss, empfindet in der Regel weniger soziale Zurückhaltung. Die Sorge, vom bewerteten Unternehmen persönlich erkannt oder angesprochen zu werden, entfällt. Dadurch kann Kritik direkter – und teilweise auch schärfer – formuliert werden.
Dieses Verhalten ist psychologisch gut untersucht. In der Forschung spricht man vom sogenannten Online Disinhibition Effect (Enthemmungseffekt). Er beschreibt das Phänomen, dass Menschen im digitalen Raum offener, emotionaler oder konfrontativer auftreten, wenn ihre reale Identität nicht unmittelbar sichtbar ist.
“Diese Anonymität ist einer der Hauptfaktoren, die den Enthemmungseffekt hervorrufen. Wenn Menschen die Möglichkeit haben, ihr Online-Handeln von ihrem realen Lebensstil und ihrer Identität zu trennen, fühlen sie sich weniger angreifbar, persönliche Informationen preiszugeben oder sich ungehemmter zu verhalten.”
- Suler 2004 - The Online Disinhibition Effect (Übersetzt aus dem Englischen)
Führt die Änderung zu mehr Fake-Bewertungen in Google Maps?
Eine häufige Sorge lautet: Begünstigt die neue Anonymisierungsfunktion künftig Bewertungsspam?
Aus meiner Sicht ist das nicht zu erwarten.
Organisierte Anbieter, die negative Bewertungen verkaufen, arbeiten bereits mit einer Vielzahl künstlich angelegter Konten. Diese Accounts verfügen ohnehin über frei gewählte oder fiktive Namen. Die Möglichkeit, den angezeigten Namen nachträglich anzupassen, verändert dieses Geschäftsmodell daher nicht.
Entscheidend ist: Die technischen und rechtlichen Mechanismen zur Bekämpfung von Bewertungsspam bleiben unverändert. Unternehmen können weiterhin gegen Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen oder offensichtlich missbräuchliche Rezensionen vorgehen.
👉 Mehr dazu in meinem umfassenden Artikel: Google Bewertungen löschen 2026 – Der komplette Leitfaden.
Auch für Google selbst besteht ein starkes Interesse daran, Spam-Profile zu identifizieren und zu entfernen. Die Einführung der Alias-Funktion ändert nichts an diesem Ziel.
Häufige Fragen
Können Nutzer 100% anonym Google Bewertungen abgeben?
Nein. Auch wenn der angezeigte Name geändert wird, speichert Google weiterhin interne Kontodaten wie E-Mail-Adresse, IP-Adresse oder Gerätedaten. Kommt es zu einem rechtlichen Verfahren, kann Google unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet sein, personenbezogene Daten herauszugeben.
Für andere Nutzer oder das bewertete Unternehmen bleiben diese Informationen jedoch grundsätzlich nicht einsehbar – sofern sie nicht im Google-Profil öffentlich gemacht wurden.
Kann ich meinen Alias jederzeit wieder ändern?
Ja. Der angezeigte Name im Google-Konto kann grundsätzlich erneut angepasst werden. Jede Änderung wirkt sich auch auf bereits veröffentlichte Bewertungen aus. Das bedeutet: Dein neuer Alias ersetzt rückwirkend den zuvor angezeigten Namen.
Wird mein Google Profilbild ebenfalls anonymisiert?
Nein. Die Änderung betrifft nur den angezeigten Namen. Falls du vollständige Anonymität anstrebst, solltest du auch dein Profilbild überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Sehen Unternehmen, dass ich meinen Namen geändert habe?
Nein. Für Unternehmen ist lediglich der aktuell angezeigte Name sichtbar. Frühere Namensversionen sind für sie nicht einsehbar.
Kann ich einzelne Bewertungen anonymisieren, ohne meinen gesamten Namen zu ändern?
Nein. Die Namensanzeige wird kontoweit angepasst. Das bedeutet: Der gewählte Alias gilt für alle Bewertungen, Kommentare und öffentlichen Aktivitäten deines Google-Profils.
Ist es legal anonyme Google Bewertungen abzugeben?
Grundsätzlich ja. In Deutschland sieht das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) vor, dass digitale Dienste – soweit technisch möglich und zumutbar – eine anonyme oder pseudonyme Nutzung ermöglichen sollen.
Dort heißt es:
„Anbieter von digitalen Diensten haben die Nutzung von digitalen Diensten und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer von digitalen Diensten ist über diese Möglichkeit zu informieren.“
– Gesellschaft für Datenschutz § 19 Abs. 2 TDDDG
Eine anonyme Bewertung ist also rechtlich zulässig – solange ihr Inhalt nicht gegen geltendes Recht verstößt.
Wann kann ein Unternehmen rechtlich gegen eine anonyme Bewertung vorgehen?
Ein Unternehmen kann rechtlich gegen eine Bewertung vorgehen, wenn sie gegen geltendes Recht verstößt.
Die zwei häufigsten Gründe sind:
- Beleidigungen
- Falsche Tatsachenbehauptungen
In solchen Fällen kann eine Löschung bei Google beantragt werden. Unter bestimmten Umständen kann auch ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden. In diesem Zusammenhang kann Google verpflichtet sein, hinterlegte Nutzerdaten offenzulegen.
Entscheidend ist also nicht, ob eine Bewertung anonym ist – sondern ob sie rechtswidrig ist.
Nils Peter Neumann
Ich bin Autor dieses Blogs und arbeite als SEO Experte für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schreibe JETZT deine Nachricht in das Kommentarfeld, wenn du Fragen zu Google Bewertungen oder SEO hast.

