Das Wichtigste auf einen Blick
1️⃣ Dein Google Unternehmensprofil ist oft der direkteste Weg zur Anfrage. Wähle die spezifischste Kategorie, trage deine Leistungen in verständlicher Sprache ein und sorge für einige relevante Bewertungen. So kannst du auch Kanzleien mit deutlich mehr Bewertungen schlagen.
2️⃣ Starte als Spezialist statt als Kanzlei für alles: Solange etablierte Konkurrenz den Markt dominiert, konzentrierst du dich auf ein Rechtsgebiet oder eine Fallart wie Kündigung oder Abfindung, gewinnst dort die Rankings und erweiterst erst danach auf verwandte Themen.
3️⃣ Erstelle eine eigene Seite pro Fallart und nutze die Sprache deiner Mandanten: Leistungsseiten wie „Kündigung Anwalt“, gestützt durch verlinkte Ratgeberartikel zu konkreten Fragen, bringen qualifizierte Anfragen. Entscheidend sind die Begriffe, die Mandanten googeln, nicht juristische Fachbegriffe.
Inhalt
SEO-Grundlagen für Anwälte
Viele Mandanten suchen rechtliche Hilfe zuerst über Google. In der Regel mit einem sehr konkreten Problem: „Kündigung Anwalt“ oder „Anwalt für Unterhalt“. Dabei verwenden
SEO für Rechtsanwälte sorgt dafür, dass deine Website bei passenden Suchanfragen gefunden wird, bevor der Mandant eine Entscheidung trifft. Das ist besonders wertvoll, weil Suchende in diesem Moment bereits ein akutes Anliegen haben. Bezahlte Anzeigen enden, sobald das Budget stoppt. Gute organische Sichtbarkeit dagegen kann dauerhaft Anfragen erzeugen.
Das Ziel ist qualifizierte Mandantenanfragen zu erreichen
Ein gutes Ranking ist kein Selbstzweck – es muss qualifizierte Kontaktanfragen auslösen. Das Ziel ist nicht „mehr Besucher“, sondern mehr relevante Anfragen von Mandanten, die zu deinem Beratungsangebot passen.
Beispiel: Eine Familienrechtskanzlei profitiert weit mehr von Anfragen zu „Anwalt Scheidung [Stadt]“ als wenn diese für allgemeine Suchbegriffe, wie „Deepfakes strafbar“ bei Google sichtbar ist.
Bewerte SEO deshalb entlang der gesamten Mandatsstrecke: Sichtbarkeit, Klicks, Kontaktaufnahmen und die daraus entstehenden Mandate. Wenn ein Keyword viele Besucher bringt, aber keine passenden Anfragen erzeugt, ist es für deine Kanzlei nachrangig.
Starte als Spezialist
Die Situation einer neuen Kanzlei in einer großen Stadt sieht meist folgendermaßen aus:
Es gibt einige etablierte Kanzleien mit hunderten Bewertungen auf Google Maps. Durch die hohe Autorität der etablierten Kanzleien (mehr Bewertungen, mehr Websiteklicks, mehr Erwähnungen von anderen Websites etc.) schaffen es neue Kanzleien nicht in den sichtbaren Bereich zu kommen.
Wenn Sie die gleiche Strategie fahren…
nur wenn du bereits etabliert bist, kann es sinnvoll sein, dich als Kanzlei für alles zu präsentieren. Solange es deutlich stärkere Konkurrenten gibt, solltest du dich zunächst auf einen bestimmten Fachbereich oder bestimmte Leistungen konzentrieren.
Dies ermöglicht es dir, in dieser spezifischen Leistung deine Konkurrenz zu schlagen. Sobald dir das gelingt, kannst du eine weitere ähnliche Leistung targetieren.
Beispiel: Ein Anwalt mit Spezialgebiet Kündigungen/Abfindungen kann für Suchanfragen zu Kündigungen auch deutlich stärkere Mitbewerber in diesem Bereich schlagen.
Google Unternehmensprofil optimieren
Wer einen Anwalt sucht, sucht meist lokal und mit konkretem Anliegen – „Anwalt Arbeitsrecht Stuttgart“, „Scheidungsanwalt in der Nähe“. Google beantwortet solche Suchen zuerst mit dem Local Pack, also den drei Kanzleiprofilen mit Karte, Bewertungen und Anrufbutton – noch über den organischen Ergebnissen. Wer dort nicht erscheint, ist für einen großen Teil der Mandanten unsichtbar, egal wie gut die Website rankt:
Dazu kommt: Bei Rechtsfragen zählt Vertrauen, und Sterne, Bewertungstexte und ein gepflegtes Profil sind oft das Erste, was potenzielle Mandanten sehen. Das Google Unternehmensprofil ist damit nicht ein Nebenschauplatz, sondern häufig der direkteste Weg zur Anfrage.
Nutze für jede echte Kanzleiadresse ein eigenes Google Unternehmensprofil. Virtuelle Büros, reine Postadressen oder nicht besetzte Standorte sind riskant – sie können Vertrauen und Sichtbarkeit kosten.
Du hast noch kein Google Unternehmensprofil?
👉 Hier findest du eine Anleitung für die Erstellung: Google Unternehmensprofil erstellen
Das hier sind die wichtigsten Stellschrauben in deinem Unternehmensprofil für mehr Sichtbarkeit:
1) Kategorie
Nutze für jede echte Kanzleiadresse ein eigenes Google Unternehmensprofil. Virtuelle Büros, reine Postadressen oder nicht besetzte Standorte sind riskant – sie können Vertrauen und Sichtbarkeit kosten.
Wenn du Anwalt für Arbeitsrecht bist, wähle nicht die allgemeine Kategorie „Rechtsanwalt“, sondern immer die spezifischere Kategorie („Anwalt für Arbeitsrecht“) als primäre Kategorie. Treffen mehrere Kategorien auf dich zu, entscheide dich für die für dich wichtigste und füge weitere Kategorien, wie „Anwalt für Familienrecht“, als sekundäre Kategorien hinzu:
Wenn du eine spezifischere Kategorie eingibst, wirst du von Google häufig bevorzugt, bei Suchanfragen zu deinem Fachgebiet angezeigt (z. B. für Kündigung Anwalt, wenn du die Kategorie Anwalt für Arbeitsrecht angegeben hast). Damit kannst du, wie in dem Beispiel auch Konkurrenten mit deutlich mehr Bewertungen schlagen.
Deine Kategorien kannst du in deinem Google Unternehemnsprofil unter Profil bearbeiten ändern:
2) Dienstleistungen
Während die Kategorien festlegen, für welche Rechtsgebiete deine Kanzlei gefunden werden soll, zeigen die Dienstleistungen, was Sie innerhalb dieser Gebiete konkret anbieten.
Trage hier einzelne Leistungen jeweils mit einer kurzen Beschreibung und falls sinnvoll, mit einem Preis ein:
Verwende, wenn möglich, immer auch allgemein bekannte Begriffe. Bei Stalking wissen potenzielle Mandanten, was gemeint ist. Juristische Begriffe wie beharrliche Verfolgung (österreichisches Strafrecht) sind dagegen vielen Menschen unbekannt.
Unter Dienstleistungen bearbeiten kannst du sämtliche Bereiche eintragen, die du vertrittst:
3) Bewertungen
👉 Auf dieser Seite findest du sämtliche Informationen zu Google Bewertungen. Hier zeige ich dir, wie du diese erhältst, managest, was du tun musst bei Problemen mit Google und vieles mehr.
Als Anwaltskanzlei ist aufgrund der sensiblen Tätigkeit, vor allem die Aliasfunktion des Google-Profils relevant. Mit dieser können deine Mandanten mit einem Pseudonym Google Bewertungen schreiben, was die Hemmschwelle deutlich absenkt.
👉 In diese Ratgeber zeige ich dir, wo man die Alias-Funktion des Google-Profils einstellt.
4) Vollständiges Profil mit konsistenten Daten
👉 Ich empfehle einmal diese Anleitung mit Screenshots durchzugehen und zu schauen, ob dein Unternehmensprofil korrekt und volltändig eingerichtet wurde: Google Unternehmensprofil optimieren
Besonders abweichende Daten auf deiner Website können zu Problemen mit deinem Unternehmensprofil führen. Die wichtigsten Daten, die möglichst auf jeder Seite im Internet gleich stehen sollten sind:
- Dein Unternehmensname (bzw. dein persönlicher Name als einzelner Anwalt)
- Deine Telefonnummer
- Deine Geschäftsadresse
- Deine Website
Wie finde ich heraus, nach was potenzielle Mandanten suchen?
Verwende ein Keyword-Tool um Folgendes herauszufinden:
- Welche Begriffe zu meinem Fachgebiet werden wie häufig gesucht?
- Für welche Keywords rankt aktuell meine Website?
- Für welche Keywords ranken meine Konkurrenten bei Google?
Dies kannst du direkt auf dieser Website machen mit diesem kostenlosen Keyword-Tool
Folgende Keywords sind für dich relevant:
- Sie betreffen dein Fachgebiet (Anwalt Arbeitsrecht Berlin)
- Sie betreffen ein Teilgebiet (Kündigung Anwalt)
- Sie betreffen eine damit verwandte Frage oder ein konkretes Problem (betriebsbedingte Kündigung Gründe)
Wie häufig die Begriffe gesucht werden, ist wichtig für die Priorisierung und dafür, welches Synonym am häufigsten von potenziellen Mandanten verwendet wird. Sofern möglich solltest du deine Seiten primär an den Suchbegriffen deiner Mandanten ausrichten (z. B. Seitenüberschriften) und sekundär nach den juristischen Fachbegriffen.
Wie werde ich für Suchanfragen gefunden?
Indem du Inhalte auf deiner Website erstellst, welche direkt die Suchintention deiner Zielgruppe ansprechen.
Beispiel:
Deine Homepage: Du stellst dich auch als Anwalt für Arbeitsrecht vor und erwähnst dort alle Leistungen, die du anbietest. Verlinke von dort aus zu den Seiten, auf denen du die jeweilige Leistung beschreibst.
Deine Leistungsseiten: Hier targetierst du eine spezifische Untergruppe von Personen. Willst du für das Keyword „Kündigung Anwalt“ ranken, könnte der Titel der Seite folgendermaßen lauten:
Unterstützende Seiten: Du kannst deine Leistungsseite (z. B. „Kündigung Anwalt“) stärken, indem du spezifische Informationen zu dem Thema auf anderen Seiten (z. B. Blogartikeln) bereitstellst und diese zu deiner Leistungsseite verlinkst. Beispiel für die Targetierung der Suchanfrage: „Betriebsbedingte Kündigung Gründe“:
Wichtig: Das Keyword, das du auf einer Seite targetierst, sollte im Meta-Title, der H1, in der URL und auf der Seite vorkommen.
👉 Hier findest du detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Thema Keyword-Recherche.
👉 Erfahre zudem, wie du Keywords am besten und natürlich deinem Google Unternehmensprofil hinzufügst.
Welche Inhalte gehören auf die Kanzlei-Website?
Leistungsseiten für Rechtsgebiete und konkrete Fallarten
Erstelle für jedes wirtschaftlich relevante Rechtsgebiet eine eigene Leistungsseite, statt alles auf einer Sammelseite wie „Unsere Rechtsgebiete“ zu bündeln. Eine Seite zu „Arbeitsrecht“ ist oft zu breit – besser sind ergänzende Seiten zu konkreten Fallarten wie „Kündigung erhalten“, „Abfindung verhandeln“ oder „Aufhebungsvertrag prüfen lassen“.
Jede Leistungsseite sollte das Mandantenproblem klar benennen, typische Situationen beschreiben und erklären, wie du konkret unterstützt. Nutze eine klare Struktur: z. B. Problem, rechtliche Einordnung, mögliche nächste Schritte, deine Leistung, Kontaktmöglichkeit.
Ratgeberinhalte für typische Mandantenfragen
Ratgeberseiten beantworten einzelne Fragen, die vor einer Mandatsanfrage entstehen. Je nach Fachgebiet, kannst du hier passende Artikel erstellen. Beispiele: „Was tun nach einer Kündigung?“, „Wann lohnt sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?“ oder „Wie läuft eine Scheidung ab?“.
Wähle pro Ratgeberartikel ein klar abgegrenztes Thema und vermische nicht mehrere Suchintentionen. Schreibe so, dass ein juristischer Laie den nächsten sinnvollen Schritt erkennt.
Ratgeberinhalte sollten nicht so abstrakt bleiben, dass sie keine Mandatsnähe erzeugen. Ergänze passende Hinweise, wann anwaltliche Prüfung sinnvoll ist.
Anwaltsprofile, Kanzleiprofil und Nachweise von Expertise
Ein Anwaltsprofil braucht mehr als Foto, Titel und Kontaktdaten. Nenne konkrete Tätigkeitsschwerpunkte, relevante Qualifikationen, Fachanwaltstitel, Veröffentlichungen, Vorträge oder Mitgliedschaften. Verknüpfe jedes Profil mit den passenden Leistungsseiten, damit Besucher sofort erkennen, wer für ihr Problem zuständig ist.
Das Kanzleiprofil sollte erklären, welche Mandanten du betreust, wie die Zusammenarbeit abläuft und wodurch sich deine Kanzlei fachlich unterscheidet.
Inhalte aktualisieren und thematisch verknüpfen
Prüfe Inhalte regelmäßig auf veraltete Rechtslage, unklare Formulierungen und fehlende Bezüge zu aktuellen Mandantenfragen. Besonders riskant sind Ratgeber mit Fristen, Gesetzesänderungen oder Verfahrensabläufen.
Wenn du richtig Autorität in einem spezifischen Bereich aufbauen willst: Baue Themencluster! Eine zentrale Seite „Kündigung im Arbeitsrecht“ kann auf Unterseiten zu Abfindung, Kündigungsschutzklage, Sperrzeit und Aufhebungsvertrag verweisen. Verlinke von Ratgeberartikeln auf passende Leistungsseiten und umgekehrt.
Offpage SEO - Maßnahmen über dein Profil/Website hinaus
Nutze relevante Verzeichnisse, die Mandanten oder Suchmaschinen einen nachvollziehbaren Vertrauenshinweis geben: Rechtsanwaltskammer, DAV, Fachanwaltsverzeichnisse, lokale Branchenportale, Stadtportale, Unternehmernetzwerke, relevante Verbände.
Woher du weißt, welche Verzeichnisse relevant sind?
Google einfach nach den wichtigsten Keywords für die du gefundne werden willst:
Die Verzeichnisse, die für dich relevante Suchanfragen auf Seite 1 ranken, sind die relevanten für dich!
Trage deine Kanzlei dort mit identischem Namen, Adresse, Telefonnummer, Website-URL und passenden Rechtsgebieten ein.
Priorisiere Einträge, die thematisch und/oder lokal passen: Eine einzelne Familienrechtskanzlei profitiert eher von einem seriösen lokalen Stadtverzeichnis als von einem deutschlandweiten Portal.
Checkliste, wann sich ein Link von einer anderen Website lohnt
Kein Link ist perfekt und kann alle Kriterien erfüllen, jedoch lohnt es sich auf die folgenden Faktoren zu achten, um möglichst hochwertige Backlinks von anderen Websites zu erhalten:
Thematische Relevanz: Passt die Website inhaltlich zur Kanzlei oder zum jeweiligen Rechtsgebiet? Ein Link von einem Fachportal für Arbeitsrecht ist beispielsweise deutlich relevanter als ein Link von einem allgemeinen Blog.
Autorität und Vertrauen der Website: Ist die Website seriös, etabliert und vertrauenswürdig? Bekannte Medien, Berufsverbände, Universitäten oder etablierte Fachportale sind in der Regel wertvoller als unbekannte Websites.
Lokale Relevanz: Hat die Website einen Bezug zur Region, in der die Kanzlei tätig ist? Für eine Kanzlei in Wien kann beispielsweise ein Link von einem Wiener Wirtschafts- oder Nachrichtenportal besonders relevant sein.
Relevanz für potenzielle Mandanten: Besuchen die Website Menschen, die grundsätzlich Mandanten der Kanzlei werden könnten? Ein Link von einem Immobilienportal ist beispielsweise für eine Kanzlei mit Schwerpunkt Immobilienrecht besonders interessant.
Natürlichkeit des Links: Entsteht der Link aus einem nachvollziehbaren redaktionellen Grund? Ein Link sollte wie eine echte Empfehlung wirken und nicht offensichtlich nur gesetzt worden sein, um Suchmaschinen zu beeinflussen.
Qualität der konkreten verlinkenden Seite: Wie hochwertig ist die einzelne Seite, auf der der Link platziert wird? Ein gut recherchierter Fachartikel ist beispielsweise wertvoller als eine kaum gepflegte Unterseite.
Tatsächlicher organischer Traffic: Besuchen echte Menschen die Website und die konkrete Seite? Ein Link kann besonders wertvoll sein, wenn er neben SEO auch tatsächlich Besucher auf die Kanzlei bringen kann.
Redaktionelle Einbindung: Ist die Kanzlei sinnvoll in einen Artikel, Bericht oder Fachbeitrag eingebunden? Ein Link innerhalb eines relevanten redaktionellen Beitrags hat einen viel größeren Impact als ein Link in einer beliebigen Linkliste.
Qualität des Linkumfelds: Welche anderen Websites werden auf der Seite verlinkt? Wenn dort überwiegend seriöse und thematisch passende Quellen zu finden sind, ist das ein gutes Zeichen. Viele dubiose oder themenfremde Links sind dagegen ein Warnsignal.
Position des Links: Wo befindet sich der Link auf der Seite? Ein sinnvoll platzierter Link innerhalb eines relevanten Textes ist in der Regel wertvoller als ein Link im Footer oder in einer langen Liste.
Dauerhaftigkeit: Wird der Artikel und damit der Link voraussichtlich langfristig online bleiben? Ein dauerhaft verfügbarer Fachartikel ist meist interessanter als eine kurzfristige Aktions- oder Veranstaltungsseite.
Markenwirkung: Stärkt die Erwähnung den Ruf und die Bekanntheit der Kanzlei? Eine Erwähnung als Rechtsexperte in einem bekannten Wirtschaftsmedium kann beispielsweise sehr wertvoll für die Reputation sein.
Exklusivität der Website: Wie selektiv geht die Website mit Verlinkungen um? Eine Plattform, die nur ausgewählte Experten und Unternehmen vorstellt, ist meist interessanter als eine Website, die gegen Bezahlung praktisch jeden aufnimmt.
Anzahl der ausgehenden Links: Wie viele andere Websites werden von der Seite verlinkt? Eine Seite mit sehr vielen kommerziellen oder völlig unterschiedlichen Links sollte genauer geprüft werden.
Spam-Risiko: Gibt es Anzeichen dafür, dass die Website hauptsächlich für SEO oder zum Verkauf von Links existiert? Viele minderwertige Gastartikel, dubiose Themen, extrem viele externe Links oder offensichtliche Linkangebote sind Warnsignale.
Qualität der Autoren: Sind die Autoren und Experten auf der Website nachvollziehbar und fachlich qualifiziert? Gerade bei juristischen Themen ist es ein positives Signal, wenn Fachautoren, Journalisten oder Experten klar erkennbar sind.
Vertrauenssignal für Google und Nutzer: Würde ein unabhängiger Beobachter den Link als echte Empfehlung einer seriösen Quelle verstehen? Je stärker diese Wahrnehmung, desto interessanter ist der Backlink insgesamt.
Fachbeiträge, Pressearbeit und natürliche Verlinkungen
Veröffentliche Fachbeiträge dort, wo deine Zielgruppe oder Multiplikatoren tatsächlich lesen: Branchenmagazine, lokale Medien, Verbandsseiten, Unternehmensnetzwerke, Podcasts, Webinare oder thematisch passende Ratgeberportale.
Wähle Themen mit konkretem Anlass – etwa neue Rechtsprechung, Gesetzesänderungen oder typische Streitfragen in deinem Rechtsgebiet. Biete Redaktionen keine Werbetexte an, sondern klare Einschätzungen, kurze Zitate, Checklisten oder Fallstricke, die ohne Eigenlob nutzbar sind.
Verlinkungswürdige Inhalte auf deiner Website sind ausführliche Leitfäden, Muster-Checklisten, FAQ-Seiten zu konkreten Rechtsproblemen oder verständliche Einordnungen aktueller Urteile.
SEO umsetzen: intern oder extern?
Folgende SEO betreffende Bereiche sollten intern umgesezt werden:
- Fachlicher Input und Freigabe: Juristische Inhalte müssen von Anwälten geprüft werden. Fehlerhafte Rechtsaussagen sind nicht nur ein Rankingrisiko, sondern ein Haftungsrisiko.
- Berufsrechtliche Prüfung: Werbeaussagen, Erfolgsversprechen, Fachanwaltsbezeichnungen, Mandantenbewertungen – was nach § 43b BRAO/BORA zulässig ist, entscheidet die Kanzlei (bzw. die Kammer), nicht der SEO.
- Google Business Profile als Inhaber: Verifizierung, Antworten auf Bewertungen, Öffnungszeiten, Fotos. Der Freelancer kann als Manager hinzugefügt werden, aber Eigentum und Bewertungsantworten bleiben bei der Kanzlei.
- Bewertungen aktiv einholen: Nur die Kanzlei hat Kontakt zu Mandanten. Das lässt sich nicht delegieren.
- Autorenprofile und Expertise sichtbar machen: Lebensläufe, Fachanwaltstitel, Publikationen, Vorträge, Mitgliedschaften, etc. liefert die Kanzlei.
- Praxiswissen für Content: Welche Fragen Mandanten im Erstgespräch stellen, welche Fälle typisch sind, welche Rechtsgebiete wirtschaftlich interessant sind. Das ist die wertvollste Content-Quelle überhaupt.
- Zugänge bereitstellen: Website-Backend, Search Console, Analytics, Hosting – inkl. DSGVO-konformer Beauftragung (ggf. AV-Vertrag).
- Entscheidungen: Welche Rechtsgebiete priorisiert werden, welche Standorte, welches Budget für Umsetzung.
Für alles darüber hinaus können SEO-Freelancer oder SEO-Agenturen beauftragt werden.
Häufige Fragen zu SEO für Rechtsanwälte
Wie lange dauert es, bis SEO für eine Kanzlei wirkt?
SEO wirkt bei Kanzleien meist nicht sofort, sondern baut Sichtbarkeit und Anfragen schrittweise über mehrere Monate auf.
Schneller erkennst du Fortschritte bei bestehenden Websites, die bereits indexiert sind, saubere Inhalte haben und bereits für einige relevante Keywords Klicks erhalten.
Eine neue Kanzleiwebsite braucht länger, weil Google erst Themenrelevanz, lokale Zuordnung und Vertrauenssignale einordnen muss.
Was ist besser für Kanzleien: SEO oder Google Ads?
SEO ist besser für nachhaltige Sichtbarkeit, Google Ads ist besser für kurzfristige Reichweite. Wenn du sofort Anfragen für ein bestimmtes Rechtsgebiet brauchst, sind Anzeigen sinnvoll.
Nutze SEO als langfristig als tragende Grundlage und Ads ergänzend für neue Rechtsgebiete, saisonale Nachfrage oder besonders umkämpfte Suchbegriffe.
Kann eine neue Kanzlei mit SEO gegen etablierte Kanzleien konkurrieren?
Ja, eine neue Kanzlei kann konkurrieren, aber selten sofort bei den breitesten und umkämpftesten Begriffen. Stärker ist der Einstieg über präzise Suchanfragen, konkrete Fallarten und lokale Kombinationen, bei denen Mandanten bereits ein klares Problem formulieren.
Beispiel: Statt nur auf „Anwalt Arbeitsrecht“ zu zielen, ist eine Seite zur Kündigungsschutzklage für einen bestimmten Standort oft realistischer und dadurch näher an einer Mandatsanfrage.
Setze auf ein klar abgegrenztes Profil, konsequent ausgearbeitete Leistungsseiten und Inhalte, die konkrete Mandantenfragen besser beantworten als allgemeine Kanzleitexte.
Nils Peter Neumann
Ich bin Autor dieses Blogs und arbeite als SEO Experte für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schreibe JETZT deine Nachricht in das Kommentarfeld, wenn du Fragen zu Kanzlei SEO hast.

